Next Januar 2006: Metallbearbeitung

Januar 2006

Metallbearbeitung: Heavy Metal

Zirka 150 junge Menschen beginnen jedes Jahr eine Ausbildung bei der Adam Opel AG in Rüsselsheim. 123 davon in gewerblich technischen Berufen. Vom ersten Tag an ist die Arbeitssicherheit fester Bestandteil ihrer Ausbildung. Und zwar auf vielfältige Art und Weise.

„Herr Weiland, wir brauchen unbedingt neue Haarnetze. Schließlich will ich meinen Zopf noch einige Jahre behalten.“ Veronika Nolte, angehende Mechatronikerin, erinnert den Leiter der Metallausbildung Hans-Dieter Weiland energisch an ihre fehlende Persönliche Schutzausrüstung. Der reagiert alles andere als ungehalten, sondern ist sogar ein wenig stolz auf die selbstbewusste junge Frau: „Das ist es, was wir hier wollen. Die jungen Leute sollen keine Angst haben, den Vorgesetzten auf Mängel hinzuweisen und selbst Verbesserungsvorschläge zu machen. Eigenverantwortung ist uns wichtig.“

Deshalb denkt die junge Frau selbst daran, dass sie ihre langen Haare beim Arbeiten mit einem Haarnetz vor rotierenden Maschinenteilen schützen muss. Ansonsten könnte es nämlich, zum Beispiel an einer Bohrmaschine, ganz schön gefährlich werden.

Arbeitsschutz kann auch Spaß machen


Überhaupt werden Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz bei Opel groß geschrieben. Das Besondere: Die Azubis selbst tragen in ihren Arbeitsbereichen dazu bei, ihre Arbeit sicherer zu machen. Arbeitsschutz gleich langweilige Vorschriften herunterleiern? „Bei uns nicht“, betont Christian Hasse, Zerspanungsmechaniker im dritten Lehrjahr, „hier macht jeder freiwillig mit. Wir wissen alle, wie wichtig Arbeitsschutz ist, und es macht in der Gruppe Spaß, neue Ideen zu entwickeln.“

In den einzelnen Ausbildungsbereichen wechseln sich die jungen Leute als so genannte „Arbeitschutzbeauftragte“ ab. Sie sollen während dieser Zeit Kollegen auf Fehler hinweisen, Schwachstellen direkt ansprechen und sie sind dabei, wenn die Fachleute für Arbeitssicherheit die Werkshallen überprüfen. Wichtige Informationen können sie dann direkt an ihre Kollegen weitergeben.

Mit offenen Augen durch die Ausbildung


Die Ausbildung in den Metallberufen beginnt bei Opel mit einer sechswöchigen Grundlagenausbildung. In dieser Zeit werden Basis-Techniken wie Feilen oder Bohren gelernt und immer wieder trainiert. „Wenn sich jemand bei uns verletzt, dann meistens innerhalb dieser ersten Wochen“, erklärt Hans-Dieter Weiland. „Allerdings sind dies in der Regel nur kleine Kratzer oder Schnittwunden, die vor Ort ärztlich versorgt werden. Viele Berufsanfänger halten nämlich zu Beginn ihrer Ausbildung zum allerersten Mal eine Feile in der Hand und können mit ihren neuen Arbeitsgeräten noch nicht richtig umgehen“, so der Ausbildungsleiter. Ernste, meldepflichtige Unfälle habe es aber seit 22 Monaten nicht mehr gegeben.

Immer neue Ideen


Einen Anteil daran hat sicherlich auch die so genannte „Arbeitssicherheitsgruppe der zentralen Berufsausbildung“. Sie besteht aus zehn Azubis und einem Ausbilder und trifft sich einmal im Monat. „Arbeitssicherheit beginnt im Kopf“, erklärt der Leiter der AS-Gruppe KarlHeinz Gross. Die freiwillige Mitarbeit bedeute zusätzliches Engagement und sei eine Auszeichnung. Denn wer mitwirken möchte, müsse vorher gute Leistungen vorweisen. Die Gruppe arbeitet an Projekten, die anderen den Arbeitsschutz näher bringen sollen. Zum Beispiel durch ein Memory- oder ein selbst gebautes Brettspiel sowie den jährlich erscheinenden Arbeitssicherheitskalender. Für diese und andere Projekte hat die Gruppe schon viele Preise der Berufsgenossenschaft gewonnen.

Nur bei Opel: der selbst gebaute Drehfutterschutz


Ebenso preisgekrönt ist der von Ausbilder und Auszubildenden gemeinsam konzipierte und gebaute Drehfutterschutz für Drehmaschinen. Er stellt eine an sich einfache, aber geniale Verbesserung der technischen Schutzmaßnahmen an diesen Maschinen dar. Nur wenn er geschlossen ist, kann die Maschine gestartet werden. Aus bruchsicherem Metall gefertigt, ist er – anders als die üblichen Plexiglasschutzschilde – fast unverwüstlich. Dank ihm können nun keine Späne mehr aus der Maschine herausgeschleudert werden und es ist nahezu ausgeschlossen, dass jemand mit der Hand in die Maschine gerät. Ausbilder Frank Datz erzählt nicht ohne Stolz, dass es sogar Anfragen anderer Firmen nach diesem speziellen Futterschutz gibt.

Teamwork gehört zum Arbeitsschutz


Dass es keinen effektiven Arbeitsschutz ohne Teamarbeit gibt, erfahren die Neuankömmlinge bei Opel schon vor ihrem eigentlichen Berufsstart im Ausbildungszentrum. In einem Outdoor-Training lernen sie, was es heißt, selbstständig zu arbeiten und sich in der Gruppe aufeinander verlassen zu können. Anschließend werden die persönlichen Erfahrungen besprochen. Die Mechatroniker des ersten Lehrjahres haben daraufhin sogar ein Abkommen geschlossen. Auf einem großen Plakat haben sie aufgelistet, was sie bei der Arbeit voneinander erwarten. Unter anderem stehen dort Stichworte wie Pünktlichkeit, Höflichkeit, Hilfsbereitschaft und Zuverlässigkeit. Jeder hat die Liste unterschrieben. Jetzt hängt das Plakat neben den Arbeitsplätzen und es gilt, sich an die getroffenen Vereinbarungen zu halten.

Bohren, drehen, fräsen - Die wichtigsten Sicherheits-Tipps in aller Kürze


Um an Bohrmaschinen nicht durch die Bohrspindel oder den Bohrer erfasst zu werden,


Werden kurz spanende, spröde Werkstoffe bearbeitet, muss man unbedingt eine Schutzbrille tragen.

An Drehmaschinen ergeben sich Gefährdungen vor allem durch die hohe Energie, mit der Spannbacken, Teile von Werkstücken oder Werkzeugen und Späne fortgeschleudert werden können. Deshalb müssen an diesen Maschinen Schutzschilde über dem Spannfutter angebracht und auch benutzt werden. Sie dienen als Zugriffs- und Spritzschutz.

Außerdem gilt wie beim Bohren: Eng anliegende Kleidung tragen, lange Haare schützen, Schmuck ablegen und Schutzbrille tragen.

Auch beim Fräsen gehen die Unfallgefahren von wegfliegenden Werkstücken, Werkstück- oder Werkzeugteilen und Spänen aus. Deshalb sind die persönlich zu ergreifenden Schutzmaßnahmen dieselben, wie sie für die Arbeit an Bohrund Drehmaschinen gelten.

Die technischen Schutzmaßnahmen umfassen vor allem:

Opel sucht dich!


Du interessierst dich für eine Ausbildung bei Opel oder kennst jemanden, der dies tut? Am 01.September 2006 werden wieder 150 neue Auszubildende eingestellt. Bewerbungen an:
Adam Opel AG
Zentrale Berufsausbildung
Bewerberstelle /IPC 61-01
65423 Rüsselsheim Tel. (06142) 7-6 34 66
Weitere Informationen: www.opel.de





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Zusatzinfos:


Diese Informationen sowie eine thematisch passende UnterrichtsHilfe gibt es auch als PDF-Dokumente zum Herunterladen.

 

Veronika
Gewissenhaft:
Die angehende Mechatronikerin
Veronika Nolte lernt in der
sechswöchigen Grundausbildung
richtig zu feilen.

Gemeinsam
Gemeinsam:
Im Team entwickeln die
Auszubildenden neue Ideen
und erarbeiten Projekte für
die Verbesserung ihrer
Arbeitsplätze.

Plakatwand
Vorbeugend:
Die Mechatroniker im ersten
Ausbildungsjahr haben ein
Plakat zu den möglichen
Unfallursachen, den Folgen
und den Schutzmaßnahmen
beim Bohren erstellt.




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