trauriger Mensch

Winterdepressionen

Winter-Blues

Die dunkle Jahreszeit schlägt manchem aufs Gemüt. Was bei den meisten Menschen nur schlechte Laune und Trübsinn auslöst, führt bei anderen zu handfesten Depressionen. Leichte Formen bekommt man gut in den Griff, indem man sich so oft wie möglich tagsüber draußen aufhält, Licht tankt und ein bisschen Sport treibt. Bei schwereren Depressionen muss der Arzt helfen.

Winterdepressionen sind an die Jahreszeit gekoppelt. Typisch ist, dass sie in der Regel im November beginnen und im März oder April enden, wenn die Tage wieder länger sind.

Deshalb heißt das Phänomen in der Fachsprache auch saisonal abhängige Depression (SAD). Inzwischen sind sich Wissenschaftler darüber einig, dass der Mangel an Tageslicht und Bewegung in den Wintermonaten bei der Entstehung der Krankheit eine Rolle spielen. Vermutlich wird zu viel des "Schlafhormons" Melatonin und zu wenig des stimmungsaufhellenden Stoffes Serotonin gebildet. Serotonin wird übrigens auch gebildet, wenn du Schokolade isst. Deshalb kann Schoki wirklich gegen schlechte Laune helfen!

Schlapp und versteinert


Vom harmlosen Stimmungstief unterscheidet sich die SAD dadurch, dass die Betroffenen ein tiefsitzendes Gefühl der Freudlosigkeit empfinden, das nicht vergehen will. "Die Betroffenen beherrscht ein Gefühl der Versteinerung, sie empfinden keine Lebensfreude und kein Interesse", beschreibt es der Psychiater Professor Ulrich Hegerl vom Kompetenznetz Depression.
Menschen mit SAD klagen außerdem über Heißhunger auf Süßes und Energielosigkeit. Sie schlafen viel aber nicht erholsam und fühlen sich morgens wie zerschlagen. Mit Faulenzerei hat das nichts zu tun. "Häufig sind gerade die besonders leistungsorientierten und engagierten Menschen von Depressionen betroffen, es ist kein Sich-gehen-lassen", macht Hegerl deutlich.

Mit Licht gegen den Winter-Blues


Eine Winterdepression lässt sich gut behandeln. Voraussetzung ist allerdings, dass ein Geplagter offen mit dem Hausarzt über seine trüben Gedanken spricht, denn die Diagnose ist nicht immer einfach. "Man sollte dem Arzt helfen, die richtigen Schlüsse zu ziehen und nicht nur die körperlichen Beschwerden schildern", rät Hegerl.

Es gibt ein ganz einfaches Rezept, eine leichtere Winterdepression in den Griff zu bekommen: Sich tagsüber so oft wie möglich draußen aufhalten. Selbst an einem bewölktem Wintertag ist die Lichtstärke ausreichend hoch, um den aus dem Gleichgewicht geratenen Hormonhaushalt wieder einzurenken: Über die Netzhaut der Augen gelangt die Information "Licht" ins Gehirn und drosselt die Melatoninproduktion. Die Folge: Mit der Stimmung geht es meist schon nach wenigen Tagen bergauf.


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Info


Insgesamt, so schätzen Experten, sind zwischen fünf und zehn Prozent der Bevölkerung von Winterdepressionen betroffen, Frauen erheblich häufiger als Männer. Selbst Kinder und Jugendliche können an SAD und "normalen" Depressionen erkranken.
Nur jede zehnte Depression die im Winter auftaucht, ist eine Winterdepression - sie wird also nicht "einfach so" wieder verschwinden. Wenn Schlafstörungen, tiefe Freud- und Hoffnungslosigkeit mehr als zwei Wochen anhalten und den Alltag beeinträchtigen, solltest du zum Arzt gehen. Eine Depression ist eine ernsthafte Erkrankung, die unbedingt behandelt werden muss. Niemand braucht sich dafür zu schämen, auch wenn Depressive leider oft mit Vorurteilen zu kämpfen haben und ihre Krankheit häufig verharmlost wird. Es gibt gute Behandlungsmöglichkeiten.




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