Führerschein

Führerschein auf Probe

Was passiert, wenn was passiert?

21.12.2006 - Endlich 18, man übt, nimmt brav seine Fahrstunden und büffelt die Theorie, besteht die Prüfung – und dann bekommt man den Führerschein doch nur auf Probe. Zur Bewährung sozusagen. Aber was heißt das ganz genau? Was passiert, wenn was passiert?

Der Führerschein auf Probe wurde 1986 eingeführt, um die Unfallzahlen der der 18- bis 24-Jährigen zu senken. Nach wie vor ist es für junge Menschen die Todesursache Nummer eins, im Straßenverkehr zu verunglücken. Bislang schränkt die zweijährige Probezeit die Fahranfänger nicht direkt ein. Das soll sich im Sommer 2007 ändern. In der Diskussion ist, für Fahranfänger beim Thema Alkohol eine Null-Promille-Grenze einzuführen.

Junge Fahrer sollen sich in der Probezeit im Verkehrsalltag bewähren. Wer als Fahranfänger schwere Fehler macht und gegen Verkehrsregeln verstößt, sich also in der Probezeit nicht bewährt, muss mit den entsprechenden Konsequenzen rechnen. Dabei geht es um Verstöße, die mit einem Bußgeld ab 40 Euro geahndet werden, sowie Straftaten im Straßenverkehr. Die Verkehrsvergehen sind in schwerwiegende (Kategorie A) und weniger schwerwiegende Delikte (Kategorie B) unterschieden. Wer bei einem Verkehrsverstoß der Kategorie A oder zwei Verstößen nach Kategorie B erwischt wird, dessen Probezeit verlängert sich um zwei auf vier Jahre. Zudem muss er ein neunstündiges Aufbauseminar besuchen (Kosten ca. 150 bis 400 EUR).

Zu den schwerwiegenden Verstößen gehören zum Beispiel das Fahren unter Alkoholeinfluss (über 0,5 Promille Alkoholgehalt im Blut), Unfallflucht, Drängeln, Nötigen, Missachten einer Ampel und das Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit um mehr als 20 km/h. Zwei Verstöße der Kategorie B, zum Beispiel Gefährdung oder Behinderung von Fußgängern oder Radfahrern beim Abbiegen, Fahren mit abgenutzten Reifen, haben die gleichen Konsequenzen. Verweigert der Fahranfänger die Teilnahme an dem Aufbauseminar, entzieht ihm die Führerscheinbehörde die Fahrerlaubnis.

Hat sich die Probezeit bereits verlängert und begeht der Fahranfänger einen weiteren Verstoß der Kategorie A oder zwei Vergehen der Kategorie B, wird eine Verwarnung erteilt. Eine verkehrspsychologische Beratung innerhalb von zwei Monaten wird empfohlen und die Teilnahme mit dem Abzug von zwei Punkten im Verkehrszentralregister belohnt.

Wenn es danach zu einem weiteren Vergehen kommt, muss der Fahranfänger den Führerschein abgeben. Frühestens nach drei Monaten und erneuter Führerscheinprüfung kann der Führerschein neu erteilt werden. Hierfür kann auch ein positives medizinisch-psychologisches Gutachten (MPU) erforderlich werden.

Doch es geht auch anders: Fahranfänger können ihre Probezeit auch um bis zu ein Jahr verkürzen, nämlich durch die Teilnahme an einem Fortbildungsseminar für Fahranfänger (FSF). Teilnehmen kann, wer mindestens sechs Monate seinen Führerschein hat und in einem der Bundesländer wohnt, die das Seminar eingeführt haben. Der entsprechende Modellversuch läuft bis 2009, allerdings nicht in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Mehr zum Thema erfahren Sie hier.
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