Radarkontrolle

Radarfalle feiert Jubiläum

50 Jahre Blitzen für die Sicherheit

Wer als erster Verkehrssünder von einer Radarfalle geblitzt wurde, ist – vielleicht aus Gründen des Datenschutzes – nicht überliefert. Vor 50 Jahren wurde erstmals in Deutschland ein Radargerät eingesetzt, um die Geschwindigkeit zu messen und Raser zu überführen. In Düsseldorf wurde 1957 die erste Anlage in Betrieb genommen.

Radarkontrolle auf der Autobahn
Mit Blitzlicht konnten auch damals schon nachts Temposünder erwischt werden. Die Zeitungen feierten die neue „Wunderwaffe“ der Polizei. Inzwischen blitzen die Geräte als fest montierte „Starenkästen“ oder als mobile Einheiten zu tausenden im Land. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen wurde allein durch die Polizei im vergangenen Jahr 1,4 Millionen Mal geblitzt. Hinzu kommen die Aufnahmen der kommunalen Radaranlagen. Der Begriff „Radarfalle“ dürfte für die erste Generation der Kontrollanlagen allerdings noch nicht zutreffend gewesen sein. „Die ersten Geräte waren so groß und von weitem sichtbar, da konnte man von 'Falle' noch nicht wirklich sprechen“, sagt Felix Hoffmann, Leiter des Deutschen Polizeimuseums im westfälischen Salzkotten, schmunzelnd. Er hat ein Gerät der ersten Stunden in seinem Fundus.

Dass die Polizei die Geschwindigkeit im Straßenverkehr kontrolliert, hat nicht in erster Linie, wie mancher Raser meint, den Zweck, leere Staatskassen zu füllen. Nicht angepasste Geschwindigkeit ist nach wie vor Unfallursache Nummer eins im Straßenverkehr und die Polizei leistet mit ihren Kontrollen einen wesentlichen Beitrag dazu, dass vorgeschriebene Geschwindigkeiten eingehalten werden. Bei 327.984 Unfällen mit Personenschaden im Jahr 2006 war in 64.742 Fällen überhöhte Geschwindigkeit zumindest eine der Ursachen, also bei fast jedem fünften schweren Unfall.

Radarkontrolle in der Ortschaft
Überproportional häufig sind junge Fahrer und Fahranfänger zu schnell unterwegs. Sie überschätzen ihr eigenes Können und schätzen Witterungs-, Straßen- und Verkehrsverhältnisse falsch ein. Im Jahr 2006 waren bei 18.687 Unfällen von 18- bis 24-Jährigen mit Personenschaden die Fahrer zu schnell.

Viele Fahrer sind sich der ungeheuren Konsequenzen überhöhter Geschwindigkeit gar nicht bewusst.

Wer zum Beispiel auf trockener Straße mit 60 km/h fährt, hat bei einer Vollbremsung (normale Reaktionszeit: 1 Sekunde) einen Anhalteweg von 36,85 m.
Wer 20 km/h schneller fährt, braucht über 20,5 m mehr, bis er zum Stehen kommt. Wer 100 statt 80 km/h fährt sogar fast 23,5 m.

Erschreckend ist die so genannte Aufprallgeschwindigkeit – das Tempo, mit dem zum Beispiel ein Auto, das 100 statt 80 km/h fährt, in ein Hindernis rasen würde, während das Fahrzeug mit 80 km/h gerade noch halten kann. Diese Aufprallgeschwindigkeit beträgt noch 68,41 km/h. Das entspricht einem freien Fall aus 18,4 m. Es schont also nicht nur den Geldbeutel, sich an die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten zu halten.

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