Blondes Mädchen

Bullying und Mobbing in der Schule

Im Abseits?

Piesacken, ausgrenzen, anschwärzen, verleumden, bedrohen, hänseln und schikanieren – das sind die Methoden, mit denen man Mitschüler fertig macht. Außenseiter oder nicht – treffen kann es jeden. Wer weg sieht, wenn jemand gemobbt wird, statt einzugreifen, macht dabei mit.

Schikanöse Übergriffe auf Mitschüler sind keine ureigene Angelegenheit von Haupt- und Sonderschulen – auch wenn das gerne so dargestellt wird. Eigentlich kann das an jeder x-beliebigen Schule passieren. Gewalt an Schulen hat viele Formen. Das können körperliche Angriffe sein oder permanente Hänseleien – dem Opfer tut beides weh. Mobbing – manchmal wird es auch Bullying genannt – ist keine Kleinigkeit. Wer davon betroffen ist, wird oft richtig krank.

Wenn man mal schaut, wer von Fachleuten als typisches Opfer und als typischer Täter bezeichnet werden, findet man ziemlich einheitliche Aussagen:

Das typische Opfer ist in einer Außenseiterposition, weil es in irgendeinem Punkt anders als die anderen ist. Das kann die Herkunft sein, ein Dialekt, andere Interessen als die tonangebende Clique in der Klasse oder auch besonders gute oder schlechte Leistungen. Das typische Mobbingopfer versucht Anschluss zu finden, was aber aufgrund des „Anders-seins“ nicht gelingt. Die Cliquen sind in sich geschlossene kleine Welten, die nur diejenigen aufnehmen, die den ungeschriebenen Regeln genügen.

Mobbingopfer fressen ihre Angst in sich hinein, sind hilflos und versuchen, den Angriffen auf irgendeine Weise zu entgehen. Klappt das nicht und machen die Mobber immer weiter, kann das ihr ohnehin nicht besonders ausgeprägtes Selbstwertgefühl gänzlich zerstören. Sie werden nervös, sind gestresst, leiden an Schlaflosigkeit, Konzentrationsschwäche und einige sogar an Depressionen . Viele haben große Angst davor, in die Schule zu gehen. Manche behalten ihr Lebtag einen „psychischen Knacks“. Jungs sind übrigens häufiger betroffen als Mädchen, wahrscheinlich, weil Mädchen eher über ihre Gefühle reden können, als Jungen.

Schüler die mobben sind meistens in der Klassengemeinschaft beliebt und gehören einer der Cliquen an, die besonders „in“ sind. Sie sind impulsiv, tonangebend, stehen gerne im Mittelpunkt und sind selbstsicher. Gewalt – egal ob körperlich oder psychisch – ist für sie ein angemessenes Mittel, ihre Interessen durchzusetzen. Mitleid mit dem Opfer haben sie dabei nicht. Jungs tendieren eher zu körperlichen Angriffen, Mädchen sind subtiler und mobben und verletzen mit Worten.

Armutszeugnis für die Außenstehenden


Es ist eigentlich schlimm, dass ausgerechnet die Mobber bei ihren Klassenkollegen so beliebt sind. Denn gerade die Anerkennung, die die Außenstehenden ihnen zollen, macht es dem Mobber so leicht. Mobbing als Prestigegewinn? Das ist ganz schön bitter. Mal ganz ehrlich: Wer will schon mit jemandem befreundet sein, der anderen Menschen so zusetzt? Der sie innerlich zerstört und fertig macht? Auch wenn du nur zuguckst, machst du mit und unterstützt durch deine Passivität den oder die Täter.

Deshalb: Wenn du merkst, dass ein Mitschüler oder Mitschülerin permanent schikaniert wird, sei mutig und schreite ein. Mach deutlich: „Nicht mit mir!.“

Zugegeben: Dazu gehört eine gehörige Portion Selbstbewusstsein. Du kannst aber auch etwas tun, ohne dich selbst in den Mittelpunkt des Interesses (und wie du vielleicht befürchtest, die Schusslinie der Mobber) zu begeben: Biete dem Opfer Hilfe an. Rede mit Lehrern, deinen Eltern oder älteren Geschwistern darüber. Akzeptiere kein Mobbing in deinem Freundeskreis! Mach keine Witze auf Kosten anderer. Du kannst das Thema auch ohne einen aktuellen Bezug diskutieren, zum Beispiel bei Projekttagen oder in der Schülerzeitung. Je mehr deine Mitschüler und Lehrer darüber erfahren, desto besser. Dann hat Mobbing nur noch schlechte Chancen, weil alle ein bisschen sensibler sind.

Selbst betroffen?


Bist du selbst Opfer von Angriffen, wirst ständig aufgezogen, gepiesackt und ausgegrenzt, dann wehre dich. Klingt leichter gesagt als getan? Stimmt. Aber es gibt wirklich ein paar einfache Dinge, die du tun kannst, du bist nicht völlig hilflos!

Erzähle einem Freund oder einer Freundin davon, was man mit dir macht, sprich mit deinen Eltern oder einem Lehrer, dem du vertraust. Wenn du dich nicht traust, direkt mit einem Lehrer zu sprechen, bitte jemanden, es für dich zu tun. Lass dich nicht abwimmeln. Manchmal neigen Lehrer dazu, es nicht wahrhaben zu wollen, dass „so etwas“ in ihrer Klasse, an ihrer Schule passiert und tun es als „normale Kabbelei“ ab. Was dann? Nicht aufgeben, es gibt mehr als einen Lehrer an der Schule. Du petzt nicht. Du suchst dir Hilfe, die du dringend brauchst. Das verdient Anerkennung. Deine Eltern sollten unbedingt ebenfalls mit den Lehrern sprechen und gegebenenfalls auch das Schulamt informieren.
Denk immer daran: Du bist nicht schuld daran, dass man dich so behandelt. Du bist in Ordnung. Es liegt nicht an dir, sondern daran, dass die anderen so sind, wie sie sind. Und sie sind es, die etwas Grundfalsches tun!

Vielleicht hilft es dir, ein Tagebuch zu führen und dir deinen Kummer von der Seele zu schreiben. Und wenn es dir schwer fällt, mit jemanden zu reden – lass ihn das Tagebuch lesen…

Vielleicht magst du auch zunächst mit jemanden reden, der dich nicht kennt. Dazu eignet sich zum Beispiel das Beratungstelefon des Kinderschutzbunds. Du kannst dort anrufen von Montag bis Freitag von 15.00 - 19.00 Uhr
Tel.: 0800 - 111 0 333
Der Anruf ist für Kinder und Jugendliche innerhalb der Bundesrepublik Deutschland kostenlos.




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Weitere Infos:


Mobbing-Hotline: Fachkundiger Rat für Mobbingopfer, Weitervermittlung zu Kontakten vor Ort, selbstverständlich vertraulich. Eingerichtet im Callcenter der Landesregierung NRW.
Tel.: (0 18 03) 10 01 13 (9 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz)
Montags bis donnerstags von 17.00 bis 20.00 Uhr

Seite von Jugendlichen für Jugendliche:
www.schueler-mobbing.de/

Ausführlicher Artikel über Schülermobbing
www.lexikonia.de/
Hier findest du Adressen von Mobbing-Beratungsstellen (die meisten sind aber auf „klassisches“ Mobbing am Arbeitsplatz ausgerichtet):
www.vpsm.de/beratung.html

Schulen gegen Gewalt. Tipps, wie du helfen kannst, dass Mobbing und Ausgrenzung in deiner Schule nicht passiert.
www.basta-net.de/

Medienpaket zur Gewaltprävention an Schulen für Schüler ab 9 Jahren
www.polizei.propk.de
Unter der gleichen Adresse gibt es auch einzelne Filmsequenzen zum Angucken.

Wege aus aus der Gewalt. Wie Eltern und Lehrer dabei helfen können.
www.polizei.propk.de/mediathek .




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